Fasching in Laßnitzhöhe - Ein bunter Umzug und politischer Denkanstoß
- markus.h.meister
- vor 3 Tagen
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Am Sonntag, dem 15. Februar 2026, war Laßnitzhöhe wieder fest in närrischer Hand. Der traditionelle Faschingsumzug startete um 13 Uhr beim Ärztezentrum und führte bis zum Hauptplatz, wo anschließend weitergefeiert wurde. Veranstaltet wurde der Umzug von der Freiwilligen Feuerwehr Laßnitzhöhe und dem SV Laßnitzhöhe. Auch die Marktgemeinde selbst hatte im Vorfeld auf einen besonders bunten Faschingsmonat mit mehreren Veranstaltungen hingewiesen.
Der Ortskern war gut gefüllt, die Stimmung ausgelassen. Vereine, private Gruppen und engagierte Bürgerinnen und Bürger präsentierten kreative Kostüme und liebevoll gestaltete Wägen. Fasching ist in Laßnitzhöhe mehr als nur Brauchtum. Es ist gelebte Gemeinschaft. Gerade in Zeiten, in denen vieles auseinanderzudriften scheint, tut dieses Miteinander gut.

Carportshöhe statt Laßnitzhöhe
Besondere Aufmerksamkeit erregte heuer der Wagen der Oldtimerfreunde Laßnitzhöhe. Unter dem Motto Carportshöhe wurde unsere Gemeinde augenzwinkernd umbenannt. Was auf den ersten Blick für Lacher sorgte, hatte einen ernsten Kern.
In den vergangenen Jahren ist in Laßnitzhöhe vermehrt zu beobachten, dass auf unbebauten Grundstücken Carports errichtet werden, während Wohnraum weiterhin fehlt. Die Konstruktionen stehen oft ohne Haus daneben. Sie erfüllen formal baurechtliche Kriterien und können helfen, bestimmte Abgaben oder Regelungen zu umgehen, etwa im Zusammenhang mit Leerstand oder Bebauungsverpflichtungen.
Unser Faschingswagen zeigte eine symbolische Siedlung aus Carports. Darunter parkten keine Autos, sondern Transparente mit Aufschriften wie Wohnraum statt Leerstand oder Lebensraum statt Spekulation. Die Botschaft war klar: Bauland ist kein Anlageprodukt, sondern Verantwortung.
Warum uns das als SPÖ bewegt
Laßnitzhöhe ist ein heilklimatischer Kurort mit hoher Lebensqualität. Genau deshalb ist der Druck auf Grund und Boden groß. Junge Familien suchen leistbaren Baugrund. Gleichzeitig stehen Grundstücke über Jahre ungenutzt da.
Wenn kreative Umgehungskonstruktionen dazu führen, dass wertvoller Raum blockiert wird, dann betrifft das uns alle. Es betrifft die Preisentwicklung, die Ortsplanung und letztlich das soziale Gefüge unserer Gemeinde.
Fasching darf zuspitzen. Fasching darf überzeichnen. Aber Fasching soll auch zum Nachdenken anregen. Unser Wagen wollte keine Einzelpersonen an den Pranger stellen. Er wollte eine Debatte anstoßen. Wie wollen wir wachsen. Wem gehört der Boden. Und welche Verantwortung geht mit Eigentum einher.
Ein Fest der Gemeinschaft mit politischem Augenzwinkern
Der Umzug selbst war ein voller Erfolg. Musik, Kostüme, viele Kinder am Straßenrand. Nach dem Eintreffen am Hauptplatz wurde im Partyzelt weitergefeiert. Genau diese Mischung aus Tradition und Gegenwartsbezug macht den Fasching in Laßnitzhöhe aus.
Als SPÖ Laßnitzhöhe sehen wir es als unsere Aufgabe, Themen aufzugreifen, die viele im Ort beschäftigen. Nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit Kreativität und Humor.
Carportshöhe war eine satirische Zuspitzung. Dahinter steht ein ernstes Anliegen: Wir wollen, dass Laßnitzhöhe ein lebendiger Ort bleibt. Ein Ort, an dem gebaut, gewohnt und gelebt wird. Nicht ein Ort, an dem Grund gehortet wird.
Fasching ist vorbei. Die Diskussion über die Zukunft unserer Gemeinde geht weiter. Und sie sollte uns allen am Herzen liegen.



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